Konzert- und Kongresshaus: Auf Klein Venedig drohen Irrwege

Kommunalpolitik

Jürgen Leipold
Jürgen Leipold

Oberbürgermeister Frank macht zur Zeit Werbung für ein Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig. Eine Initiative "Bürger für Konstanz" unterstützt ihn dabei. Die SPD hat die Konzerthauspläne auf Klein Venedig abgelehnt. Denn ein Großparkhaus in unmittelbarer Seenähe ist ein städtebaulicher Irrweg. Jürgen Leipold, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat beschreibt, warum.

Klein Venedig und sealifeHöfliche Menschen sagen: Das Sealife ist architektonisch nicht sehr gelungen. Andere Urteile fallen deutlicher aus: Direkt am Seeufer habe die Stadt eine Bausünde zugelassen. Über zehn Jahre später ist Konstanz auf dem besten Wege, Fehler von damals zu wiederholen und neue, schwerwiegendere zu begehen.

Lange Jahre war Oberbürgermeister Frank ein Gefangener seiner Wahlversprechen aus dem Jahr 1996: Er wollte ein großes Konzert- und Kongresshaus nur mit einem privaten Investor verwirklichen. Dabei vergaß Frank, dass Investoren keine Wohltäter sind, die einer Stadt etwas schenken wollen, sondern eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen.

Keine Frage, Konstanz braucht ein Konzert- und Kongresshaus, alleine damit unser Orchester eine Heimat bekommt. Doch die Diskussion darüber leidet bis heute unter einem schweren Geburtsfehler: Der Standort Klein Venedig wurde von oben herab dekretiert und nicht offen diskutiert.

Dem Gemeinderat gelang es zwar Mitte 2008, die über zehnjährige vergebliche Suche nach einem Investor zu beenden. Das Raumprogramm des geplanten Hauses orientiert sich mittlerweile an den Bedürfnissen unseres Orchesters; es ist nicht mehr von einem Kongresszentrum die Rede, das mit Zürich und Stuttgart um internationale Großveranstaltungen konkurrieren soll.

Doch zu deutlich sind zwei weitere Probleme. Viele Bürger fragen zurecht: Nimmt uns das Kongress- und Konzerthaus ein wichtiges Freizeitgelände am See? Und wie soll der Verkehr bewältigt werden?

Glaubt man der Verwaltung, so ist der Verkehr kein Problem: „Die Besucher von Konzerten und Tagungen kommen zu anderen Zeiten an als Kunden des Einzelhandels. Außerdem bremsen wir den Verkehr am Bahnhofsplatz, dann werden die Kunden auf andere Straßen ausweichen.“ Gleichzeitig muss ein Parkhaus mit 500 Plätzen her, 115 Meter lang, 30 Meter breit, 12 Meter hoch, deutlich größer als das Sealife, ein attraktiver Abschluss der Hafenpromenade.

Ergebnis: Vom Freizeitgelände bleibt so kaum etwas übrig. Das Parkhaus wird, weil sonst nicht wirtschaftlich, hauptsächlich dem Einkaufsverkehr dienen und so zusätzliche Autos in die stark belastete Bodanstraße locken. Dagegen wehrte sich die SPD – leider ohne Erfolg. Die Verwaltung und die Gemeinderatsmehrheit weigerte sich, überhaupt über intelligentere Lösungen nachzudenken.

Bevor auf Klein Venedig gebaut wird, stimmen die Bürger ab. Für diesen Bürgerentscheid hat sich die SPD stärker und konsequenter als andere eingesetzt. Die Mehrheit der Stadträte und die Verwaltung haben wohl eine Vorahnung, wie das Abstimmungsergebnis ausfallen wird. Sie wollen daher den Tag der Entscheidung so lange wie möglich aufschieben und nehmen so das erneute Scheitern des Projekts in Kauf; Ein Spiel mit dem Feuer. Doch noch ist Zeit für eine vernünftige neue Planung. .

 
 
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