Döbele: Reserve wofür?

Kommunalpolitik

Das Döbele bleibt vorerst ein Parkplatz. Die SPD hatte vorgeschlagen, das gut erschlossene innenstadtnahe Gelände für den Wohnungsbau zu nutzen und dafür einen Ideenwettbewerb zu starten. Doch der Gemeinerat lehnte. ab. Das Gelände sei eine Reservefläche. Doch wofür? Das will niemand wissen. Jürgen Leipold, der Vorsitzende der SPD-Fraktion schildert, wie der Gemeinderat eine städtebauliche Chance verpasst und zwar auf Kosten junger Familien.

Kaum etwas hat das Rathaus in den letzten Jahren so aufgeschreckt wie diese Zahl: 270 Menschen zogen 2007 von Konstanz allein nach Kreuzlingen um, weitere in andere Schweizer Gemeinden. Es waren nicht die Jungen und nicht die Alten, sondern vorwiegend junge Familien. Ist Konstanz so unattraktiv geworden? Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft und private Wohnungsmakler berichten übereinstimmend: Gesucht werden familiengerechte Wohnungen in der Innenstadt. Die Nachfrage übersteigt deutlich das Angebot. Entsprechend groß ist der Druck auf zusätzlichen Wohnungsbau, vor allem im Paradies. Schon fürchtet mancher, das Paradies könnte seinen einzigartigen Charme verlieren.

Kann die Stadt hier eingreifen? Sie kann es und sie muss es. Mit dem Döbele, das heute lediglich die Funktion als asphaltierter Parkplatz für rund 350 Fahrzeuge hat, gibt es ein innerstädtisches Gelände, voll erschlossen und noch dazu im Besitz der Stadt. Überzogene Grundstückspreise drohen hier nicht. Man braucht sich nur die Nachbarschaft anzuschauen: Die gebietstypische Wohnbebauung, Blockrandbebauung genannt, mit großzügigen Innenhöfen, wäre gut vorstellbar. Die jetzigen ebenerdigen Parkplätze verschwinden in einer Tiefgarage, die überdies weit mehr Plätze aufnehmen könnte. Das wäre eine wirkliche Entlastung für die Bodanstraße, wenn der Parksuchverkehr sein Ziel schon am Döbele fände. So gesehen war es nur logisch, dass die SPD-Fraktion beantragte, die Verwaltung solle ein Entwicklungskonzept für das Döbele vorlegen.

Ein solches Konzept, kein Zweifel, braucht seine Zeit. Es müssen die städtebaulichen Ziele definiert werden. Ein Ideenwettbewerb schließt sich an, dem die bauliche Umsetzung in einzelnen Schritten folgt. Kurz: Eine anspruchsvolle Herausforderung, von der ein Baubürgermeister nur träumen kann. Der aktuelle Konstanzer Baudezernent Werner sieht das offenbar anders: Man müsse erst einmal wissen, was man mit dem Platz wolle. Er will es aber gar nicht wissen, denn: „Man muss späteren Generationen noch etwas übrig lassen.“ Die Mehrheit des Technischen Ausschusses folgte seinem Argument, sprach von der zu erhaltenden „Reservefläche“ und lehnte ab. Junge Familien werden ihr Wohnungsglück also weiter in der Schweiz suchen müssen.

 
 
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